Das Erzgebirge in Tschechien leidet nicht unter Übertourismus, sollte sich bei seiner Entwicklung aber auf Qualität statt allein auf die Zahl der Gäste konzentrieren, meinen Experten. Das war bei einem Treffen zu hören, bei dem über die Zukunft des Tourismus in der Region diskutiert wurde. Als eines der Hauptprobleme nannten die Teilnehmer den Mangel an Ausgangspunkten, von denen aus Skifahrer und Wanderer ihre Routen starten.
Laut Javorek könnten Touristen besser dorthin gelenkt werden, wo sie Dienstleistungen in Anspruch nehmen, wenn mehr solcher Einstiegspunkte mit Infrastruktur geschaffen würden – statt in die seltenen Naturzonen zu gehen. Menschen zu bitten, nicht zu kommen, ist zwecklos: Sie kommen ohnehin. Deshalb müsse man den Gästen Angebote machen, die die Natur- und Kulturwerte des Erzgebirges nicht gefährden.
Fertige Pakete aus Unterkunft und Leistungen, von Reisebüros gemeinsam mit Gemeinden und Anbietern geschnürt, schlägt auch Andrea Pfeffer Ferklová vor, die zugleich Oberbürgermeisterin von Karlsbad ist. „Neben Besucherzahlen und Übernachtungen müssen wir auch die durchschnittlichen Ausgaben der Gäste im Blick behalten. Genau diese Daten sollten für uns die Orientierung sein“, sagte sie. Laut einer Analyse gibt ein Tagestourist etwa 2,46-mal weniger aus als ein Gast, der mehrere Tage bleibt.
Im Karlsbader Teil des Erzgebirges ist eine Verbindung mit den Kurangeboten im Tal möglich: Von Karlsbad bis zum Klínovec fährt man etwa 20 Minuten. Die Pakete könnten nicht nur lokale Leistungen umfassen, sondern ein breiteres Angebot. Dafür sei laut Pfeffer Ferklová eine enge Zusammenarbeit der Dienstleister nötig.
Zudem verlagert sich der Tourismus im Erzgebirge immer mehr von der reinen Wintersaison hin zu einem Ganzjahresbetrieb. Deshalb müsse man, so Pfeffer Ferklová, neue Ziele und Angebote finden, die die Gäste länger in der Region halten.
Around Prague nach Berichten von ekolist.cz