Am Donnerstag haben vier Flugzeuge im Anflug auf Prag Meldungen über eine angebliche Bombe erhalten. Die Polizei durchsuchte alle Maschinen nach der Landung und fand keinen Sprengstoff, während der Flughafen Václav Havel weiter im normalen Betrieb arbeitete, teilte die tschechische Polizei mit.
Nach Angaben der Polizei wurden die Drohungen als wenig wahrscheinlich eingestuft, die Sicherheitsmaßnahmen wurden gemeinsam mit der Flughafenverwaltung dennoch in Gang gesetzt. Polizeisprecher Josef Urban erklärte, die Durchsuchungen aller vier Maschinen seien ohne Ergebnis geblieben. Flughafensprecherin Denisa Hejtmánková bestätigte, dass der Verkehr nicht eingeschränkt worden sei.
Wie Novinky.cz berichtet, betrafen die Drohungen zwei Maschinen von easyJet, eine von Ryanair und eine von Austrian Airlines. Zum Flughafen wurden Polizeistreifen, ein Sprengstoffspürhund und ein mobiles Zollröntgengerät geschickt, außerdem trat der Sicherheitsausschuss des Flughafens zusammen. Die Flugzeuge waren ohnehin nach Prag unterwegs: Sie wurden nicht wegen der Drohung hierher umgeleitet.
In einer Mitteilung, die vor 11 Uhr verbreitet wurde, erklärte die Polizei, sie bereite sich auf die Ankunft der Maschinen vor. Die Drohungen wurden trotz der niedrigen Glaubwürdigkeitseinstufung ernst genommen, zugleich versuchte man, Passagiere und Flughafenbetrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Ob die Prager Drohungen mit anderen Fällen in Europa zusammenhängen und wer dahintersteckt, ist bislang unbekannt.
Am selben Tag landete eine Maschine von Aer Lingus auf dem Flug von Dublin nach Rom wegen einer Bombendrohung auf dem französischen Militärflugplatz Évreux. Laut dem Büro des französischen Premierministers, das The Associated Press zitiert, verließen alle 151 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder das Flugzeug unversehrt, die Maschine wurde von Sprengstoffexperten des Militärs untersucht.
Es ist nicht der erste derartige Fall in den vergangenen Tagen. Am Dienstag betrafen Drohungen Flüge nach Polen, Spanien und Bulgarien: Laut Euronews landeten alle vier Maschinen sicher, Sprengstoff wurde nicht gefunden. In Warschau, wo eine SAS-Maschine aus Kopenhagen überprüft wurde, war zeitweise eine der Start- und Landebahnen des Chopin-Flughafens gesperrt. Ein LOT-Flug von London-Heathrow wurde zum Warschauer Flughafen Modlin umgeleitet, der für die Dauer der Kontrolle ebenfalls kurz geschlossen wurde. Später kehrten beide Flughäfen zum normalen Betrieb zurück.
Zuvor musste ein Wizz-Air-Flug von London-Luton nach Sofia unter Begleitung ungarischer Kampfjets nach Budapest umgeleitet werden, und am Sonntag landete eine Maschine von Austrian Airlines auf dem Weg von Tel Aviv nach Wien in Bulgarien. Auch an Bord der österreichischen Maschine wurde kein Sprengsatz gefunden.
Die Reaktionen auf die Drohungen fielen unterschiedlich aus: von der Kontrolle nach einer regulären Landung über Umleitungen bis hin zur zeitweisen Schließung von Flughäfen. In Prag verliefen die Kontrollen am Donnerstag ohne Einschränkung des Flughafenbetriebs.
Around-Prague-Ratgeber zum Thema: Vom Prager Flughafen ins Zentrum: Bus, Metro, Transfer, Taxi (2026)
Around Prague nach Berichten von expats.cz