Vier tschechische Staatsbürger haben in Russland vorübergehendes Asyl beantragt. Das geht aus der Statistik einer russischen Behörde hervor, auf die sich ein dortiges Medium beruft: Von Januar bis September wandten sich 3802 Ausländer mit einem Asylantrag an die Behörden.
Die Mehrheit der Antragsteller sind Ukrainer (2056); weitere Länder nannte das Medium nicht. Unter den Bürgern von EU-Staaten beantragten am häufigsten Deutsche (49) Asyl, gefolgt von Letten (36) und Litauern (12). Je sieben Anträge stellten Esten und Italiener, je vier Bulgaren und Tschechen. Jeweils eine Person kam aus den Niederlanden, Ungarn, Spanien, Dänemark und der Slowakei.
Russland bietet außerdem ein Visum für Menschen aus Ländern an, die nach Auffassung Moskaus eine Politik der „Aufzwingung destruktiver neoliberaler ideologischer Einstellungen“ betreiben und damit russischen Werten widersprechen. Das Visum richtet sich an Menschen, die „traditionelle russische geistige und moralische Werte“ teilen.
Tschechen können auch mit einem Touristenvisum nach Russland einreisen. So machte es David Píchal, der mit einem Fahrrad der Marke „Ukrajina“ durch das Land fuhr und an verschiedenen Orten Aufkleber mit der Aufschrift „Putin ist ein Mörder“ anbrachte. Im vergangenen Jahr sorgten auch Mitglieder der Kommunistischen Partei für Aufsehen: Sie reisten zu einem Ausflug nach Russland, bei der Rückkehr ließ Lettland sie nicht über die Grenze. Später gelangten sie über die Grenze zu Estland in die EU.
Das tschechische Außenministerium warnt unterdessen eindringlich vor Reisen nach Russland. Wegen des Einmarschs in die Ukraine und einer möglichen Verschlechterung der Sicherheitslage, besonders für Bürger von EU- und NATO-Staaten, fordert das Ministerium Tschechen auf, Russland zu verlassen.
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Around Prague nach Berichten von novinky.cz