
Prag ist kompakt, und das ist sein größter Vorteil: An einem vollen Tag sehen Sie die Postkarten-Klassiker, an zwei Tagen kommen Sie dorthin, wo Reisegruppen meist nicht hingehen, und an drei Tagen schaffen Sie die Stadt und einen Ausflug ins Umland. Unten finden Sie einen praktischen Plan Tag für Tag: was Sie sehen sollten, wo Sie eine Kaffee- oder Bierpause einlegen und welcher Tag zu wem am besten passt. Die Route ist flexibel – stellen Sie die Stationen ruhig je nach Wetter und Laune um, und prüfen Sie Öffnungszeiten und Preise vor dem Losgehen immer auf den offiziellen Websites.
Am ersten Tag dreht sich alles um Postkartenblicke und das historische Zentrum. Ideal für alle, die zum ersten Mal hier sind: kurze Wege zwischen den Stationen, maximal viele ikonische Fotomotive. Stellen Sie sich auf viel Laufen ein und tragen Sie bequeme Schuhe – Kopfsteinpflaster gibt es hier überall.
Die Prager Burg ist das Herz der Stadt und eine der größten Burganlagen der Welt. Hier finden Sie den gotischen Veitsdom, den Alten Königspalast, die St.-Georgs-Basilika und das malerische Goldene Gässchen.
Beginnen Sie den Tag hier, bevor die Massen kommen – bis Mittag werden die Schlangen am Eingang und an der Sicherheitskontrolle deutlich länger. Das Burggelände (Höfe und Gassen) ist frei zugänglich; bezahlen müssen Sie nur für einzelne Sehenswürdigkeiten. Tickets werden als Pakete für verschiedene Rundgänge verkauft, die Preise ändern sich von Zeit zu Zeit. Gehen Sie anschließend durch die Kleinseite (Malá Strana) hinunter – von dort haben Sie einige der schönsten Blicke auf die roten Dächer.
Die Karlsbrücke über die Moldau (Vltava) ist die berühmteste Brücke Tschechiens, ihr Grundstein wurde unter Karl IV. gelegt. Dreißig Barockstatuen, Straßenmusiker, Künstler und der Blick auf die Burg auf der einen und die Altstadt (Staré Město) auf der anderen Seite.
Die Brücke ist rund um die Uhr und kostenlos zugänglich, tagsüber aber völlig überlaufen. Wer Fotos ohne Menschenmassen und weiches Licht möchte, kommt bei Sonnenaufgang oder kurz vor Sonnenuntergang. Berühren Sie das Bronzerelief an der Statue des heiligen Johannes Nepomuk – der Legende nach kehren Sie dann sicher nach Prag zurück.
Der Altstädter Ring ist die gute Stube der Stadt: der Altstädter Rathausturm mit der berühmten Astronomischen Uhr (Orloj), die Teynkirche (Kirche der Jungfrau Maria vor dem Teyn) und ringsum Barockfassaden. Zu jeder vollen Stunde versammelt sich an der Uhr eine Menschenmenge, um den „Apostelumgang“ zu sehen.
Fahren Sie auf die Aussichtsplattform des Altstädter Rathausturms (es gibt einen Aufzug) – von oben liegen Ihnen der Platz und das Gassengewirr der Altstadt zu Füßen. Von hier aus schlüpfen Sie bequem in die Seitenstraßen Richtung Clementinum und Karlsbrücke.
Die Kavárna Slavia ist ein legendäres Art-déco-Café am Moldauufer gegenüber dem Nationaltheater, geöffnet seit 1884. Seit Generationen zieht es Schriftsteller, Schauspieler und Dissidenten an; abends spielt ein Pianist.
Die perfekte Pause nach dem Bummel durchs Zentrum: Trinken Sie einen Kaffee oder ein Glas Wein am Fenster mit Blick auf die Moldau, die Burg und das Theater. Das Café ist beliebt und kann am Wochenende zur Mittagszeit voll sein – für ein Abendessen mit Aussicht reservieren Sie am besten im Voraus einen Tisch.
Lokál Dlouhá ist eine tschechische Musterkneipe der bekannten Restaurantgruppe Ambiente, nur wenige Schritte vom Altstädter Ring entfernt. Frisch gezapftes Pilsner Urquell, Klassiker wie svíčková und guláš und ein lauter, lebhafter Gastraum.
Ein toller Abschluss für den ersten Tag und eine ehrliche Kostprobe der einheimischen Küche ohne Touristenaufschlag. Abends ist es fast immer voll – reservieren Sie vorher einen Tisch, besonders am Wochenende.
Der zweite Tag führt weg vom Postkartenzentrum dorthin, wo die Prager selbst gern ihre Zeit verbringen: auf Hügel mit Panoramablick, in grüne Parks und ans Flussufer. Ideal für alle, die die Klassiker schon gesehen haben und den Alltagsrhythmus der Stadt spüren möchten. Viel frische Luft, viel Grün und tolle Aussichten.
Der Wyschehrad ist eine alte Festung auf einem Felsen über der Moldau und eine deutlich ruhigere Alternative zur Burg. Hier stehen die neugotische Basilika St. Peter und Paul und der historische Friedhof Slavín mit den Gräbern von Dvořák, Smetana und Čapek, und von den Festungsmauern blicken Sie auf den Fluss.
Gelände, Parks und Wälle sind kostenlos zugänglich und im Vergleich zum Zentrum fast immer ruhig. Planen Sie ein paar Stunden für einen gemütlichen Spaziergang auf den Mauern ein – das Panorama der Stadt und der Moldauschleife von hier oben gehört zu den schönsten in Prag.
Die Náplavka ist eine lebendige Uferpromenade am Rašínovo nábřeží unterhalb des Wyschehrad, ein beliebter Ort der Einheimischen zum Spazieren und Verweilen am Wasser. Samstags von 8:00 bis 14:00 Uhr findet hier ein großer Bauernmarkt mit rund hundert Ständen statt.
Kommen Sie morgens für frisches Gebäck, Käse, Wein und Streetfood mit Livemusik – nach dem Mittag beginnen die Stände zu schließen. In den warmen Monaten öffnen Bars am Wasser in ehemaligen Hafenanlagen, und die Náplavka wird zum perfekten Ort, um mit einem Drink in der Hand den Sonnenuntergang zu genießen.
Letenské sady ist ein weitläufiger Park auf einer Anhöhe über dem Fluss mit dem schönsten Postkartenpanorama der Moldaubrücken. Hier finden Sie den neobarocken Hanavský pavilon, das berühmte Metronom an der Stelle, wo einst eine Stalin-Statue stand, und einen der stimmungsvollsten Biergärten der Stadt – den Letenský zámeček.
Der Biergarten ist in den warmen Monaten geöffnet (meist April–Oktober): Holen Sie sich einen Krug an der Theke und setzen Sie sich auf eine Bank an der Hangkante, wo die Dächer der Altstadt unter Ihnen liegen wie ein Miniaturmodell. Ein halber Liter Lagerbier ist günstig, die Preise steigen aber von Jahr zu Jahr – schauen Sie vor Ort nach.
Der Laurenziberg ist ein grüner Hügel am linken Moldauufer mit Gärten, dem Aussichtsturm Petřín (einem verkleinerten „Prager Eiffelturm“ von 1891) und einer alten Standseilbahn. Von der oberen Plattform sehen Sie an klaren Tagen fast halb Tschechien.
Hinauf geht es zu Fuß durch die Gärten oder mit der Standseilbahn – beachten Sie, dass ihre Wiedereröffnung nach einer langen Sanierung für 2026 erwartet wurde. Prüfen Sie den aktuellen Stand daher vorher auf dem offiziellen Tourismusportal. Oben lässt sich der Tag bei Sonnenuntergang wunderbar ausklingen, wenn in der Stadt die Lichter angehen.
Wenn Sie das Zentrum schon gesehen haben, nutzen Sie den dritten Tag am besten für einen Ausflug aus Prag hinaus – dank kurzer Fahrzeiten passt er bequem in einen Tag. Wählen Sie eine Richtung: eine Burg oder eine mittelalterliche Stadt. Dieser Tag ist für alle, die Tschechien jenseits der Hauptstadt sehen möchten.
Karlstein ist eine majestätische gotische Burg, die Karl IV. 1348 gründete, um die Krönungsinsignien und heilige Reliquien zu verwahren. Sie ist die beliebteste Burg des Landes und ein leichtes Ziel für einen Tagesausflug – etwa 40 Minuten mit dem Zug von Prag.
Die Innenräume, darunter die Heilig-Kreuz-Kapelle, sind nur mit Führung zu besichtigen – buchen Sie die Tickets für den gewünschten Rundgang am besten vorab online. Vom Bahnhof sind es etwa zwanzig Minuten bergauf bis zum Tor, doch der Weg belohnt Sie mit Blicken auf die Burg, die über dem Wald aufragt. Prüfen Sie vor der Fahrt Öffnungszeiten und verfügbare Rundgänge auf der Website.
Kuttenberg ist eine mittelalterliche Stadt und UNESCO-Welterbe, etwa eine Stunde mit dem Direktzug vom Prager Hauptbahnhof entfernt. Die Hauptattraktionen sind der prachtvolle gotische St.-Barbara-Dom und das Beinhaus Sedlec am Stadtrand – eine Kapelle, die mit den Knochen von Zehntausenden Menschen geschmückt ist.
Das Beinhaus besuchen Sie am bequemsten direkt vom Bahnhof Kutná Hora hlavní nádraží aus (etwa zwanzig Minuten zu Fuß), danach geht es ins historische Zentrum zum Dom. Für das Beinhaus selbst brauchen Sie nicht lange, für die ganze Stadt mit Spaziergang und Mittagessen sollten Sie aber einen ganzen Tag einplanen. Prüfen Sie Tickets und Öffnungszeiten im Voraus; im Beinhaus ist Fotografieren verboten.
Drei Tage sind ein bequemes Minimum, damit sich Prag sowohl als Postkarten-Hauptstadt zeigt als auch als lebendige Stadt mit eigenen Parks, Kneipen und Uferpromenaden. Bleiben Sie flexibel, passen Sie sich dem Wetter an und prüfen Sie aktuelle Öffnungszeiten und Preise immer auf den offiziellen Websites – sie ändern sich von Saison zu Saison.
Foto: Uoaei1 – Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
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