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Prag im Herbst: 12 Ideen und Orte für die goldene Jahreszeit

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Prag im Herbst: 12 Ideen und Orte für die goldene Jahreszeit in der Stadt

Der Herbst ist vielleicht die beste Zeit für einen Besuch in Prag: Die Touristenmassen lichten sich, die Parks auf den Hügeln leuchten in Gold und Purpur, und in den Weingärten und an den Flussufern beginnt die Saison des jungen Weins und des burčák. Es ist die Zeit für gemächliche Spaziergänge durch raschelndes Laub und lange Abende in historischen Cafés. Wir haben zwölf erprobte Orte und Ideen zusammengestellt – von den Weinbergen der Grébovka bis zur Nationalgalerie –, die die Stadt in der goldenen Jahreszeit von ihrer schönsten Seite zeigen.

Havlíčkovy sady (Grébovka)

Ein großer Landschaftspark an der Grenze zwischen Vinohrady und Vršovice, angelegt im späten 19. Jahrhundert rund um die Neorenaissance-Villa des Industriellen Moritz Gröbe. Es gibt eine künstliche Grotte, einen Teich mit Wasserfall, eine Neptun-Statue und – im Herbst am wichtigsten – einen bewirtschafteten Weinberg, dessen Geschichte bis in die Zeit Karls IV. zurückreicht. Im September und Oktober leuchten die Reben und Ahornbäume an den Hängen in allen Gelb- und Rottönen.

Schauen Sie im Viniční altán vorbei, einem Weinpavillon ganz oben im Weinberg. Dort können Sie mit Blick über die Reben heimischen Ryzlink rýnský (Riesling), Müller Thurgau oder Modrý Portugal (Blauer Portugieser) probieren. Jeden September findet im Park außerdem das beliebte Weinlesefest Vinohradské vinobraní statt.

Riegrovy sady

Ein Lieblingspark der Bewohner von Vinohrady, auf einem sanften Hang gelegen und mit einem der schönsten Blicke auf die Prager Burg (Pražský hrad) – besonders bei Sonnenuntergang, wenn das Herbstlicht auf die Turmspitzen fällt. Weite Wiesen und alte Kastanien und Ahornbäume machen ihn zum idealen Ort für einen gemütlichen Spaziergang oder einen Nachmittag mit Decke und Thermoskanne.

Ideal für: alle, die fallendes Laub mit einem Getränk verbinden möchten. Der berühmte Biergarten des Parks lockt an warmen Septemberabenden das halbe Viertel an.

Letenské sady (Letná)

Eine Hochebene über der Moldau (Vltava) gegenüber der Altstadt (Staré Město), mit einem Blick aus der Vogelperspektive auf die Brücken und die Flussbiegung. Im Herbst werden die Alleen am Rand des Hügels zu einem goldenen Korridor, während sich Skater und Panoramafans rund um das berühmte Metronom versammeln, das dort steht, wo einst das Stalin-Denkmal stand.

Praktischer Tipp: Kommen Sie zum Sonnenuntergang, gehen Sie dann die Treppen zum Fluss hinunter und am Ufer entlang – einer der schönsten Abendspaziergänge der Stadt.

Stromovka (Königlicher Wildpark)

Der größte Park Prags, im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt, mit Teichen, schattigen Alleen und Wiesen. Hier kann man leicht für ein paar Stunden fern vom Trubel verschwinden, und im Herbst sehen die goldenen Baumkronen, die sich im Wasser spiegeln, besonders malerisch aus.

Ideal für: Fans langer Spaziergänge, Läufer und Familien mit Kindern. Das Messegelände Výstaviště und das Planetarium liegen gleich nebenan, sodass sich die Route leicht verlängern lässt.

Wyschehrad (Vyšehrad)

Eine uralte Festung auf einem Felsen über der Moldau, wo sich herbstliche Melancholie mit dem Geist tschechischer Sagen verbindet. Ein Spaziergang entlang der Festungsmauern zur Basilika St. Peter und Paul und zum Wyschehrader Friedhof, der letzten Ruhestätte von Dvořák, Smetana und Mucha, ist bei bedecktem Himmel und raschelndem Laub besonders stimmungsvoll.

Praktischer Tipp: Gehen Sie einmal rund um die Wälle – die Südseite bietet einen ruhigen Blick auf den Fluss, fast ohne Touristen.

Vojanovy sady und Kampa

Zwei verwunschene grüne Ecken der Kleinseite (Malá Strana) für alle, die vom Trubel genug haben. Vojanovy sady ist der älteste erhaltene Garten Prags, versteckt hinter hohen Mauern: ein Teich, Pfauen, feuerrote Baumkronen und fast völlige Stille. Gleich daneben liegt die Insel Kampa mit ihrem Ufer an der Čertovka und der Moldau.

Ideal für: einen romantischen Spaziergang nur wenige Schritte von der Karlsbrücke (Karlův most) entfernt. Wenn es regnet, finden Sie Unterschlupf im Museum Kampa, dem Museum für zeitgenössische Kunst auf der Insel.

Průhonický park

Ein rund 250 Hektar großer Landschaftspark am südöstlichen Rand Prags, der zum UNESCO-Welterbe gehört – wohl der beste Ort in der Umgebung, um die Herbstfarben in voller Pracht zu sehen. Seine Schöpfer haben die Kompositionen aus Nadelbäumen, Laubbäumen, Rhododendren und seltenen Arten eigens mit Blick auf die Farbpalette des Herbstes angelegt.

Praktischer Tipp: Planen Sie einen halben Tag ein und tragen Sie bequeme Schuhe – die Wege rund um die Teiche und das Schloss sind lang. Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise finden Sie auf der Website des Parks.

Junger Wein: Vinobraní und Burčák

September und Anfang Oktober sind in Tschechien die Zeit der Weinlesefeste (vinobraní) und des burčák – des leicht gegorenen jungen Weins, den man nur frisch trinkt (ähnlich dem Federweißen oder Sturm). Überall in der Stadt entstehen Märkte mit mährischen Winzern, Musik und Streetfood: das Vinohradské vinobraní in der Grébovka, das lebhafte Festival Vinobraní na Náplavce am Ufer unterhalb des Wyschehrad und Feiern direkt an der Festung selbst.

Praktischer Tipp: Burčák hält sich nur wenige Tage und gärt weiter. Trinken Sie ihn deshalb im Becher vor Ort, statt ihn mitzunehmen. Die Festivaltermine ändern sich von Jahr zu Jahr – prüfen Sie das Programm vorab. Was burčák ist und wie Sie einen guten erkennen, lesen Sie hier: Burčák in Tschechien.

Kavárna Slavia

Ein legendäres Art-déco-Café an der Ecke Národní und Smetanovo nábřeží (Smetana-Ufer), geöffnet seit 1881. Die Fenster blicken direkt auf das Nationaltheater und die Prager Burg, und an der Wand hängt das berühmte Gemälde „Der Absinthtrinker“. Wenn es draußen grau ist und nieselt, gehört es zu den stimmungsvollsten Orten der Stadt.

Ideal für: Kaffeeliebhaber, die Geschichte und Aussicht schätzen. Details und die Speisekarte finden Sie auf der Website des Cafés.

Café Louvre

Ein geräumiges Café an der Národní, geöffnet seit 1902, in dem einst Kafka und Einstein verkehrten. Die hohen Räume in Rosa- und Cremetönen, ein separates Billardzimmer und üppige Frühstücke machen es zu einem wunderbaren Zufluchtsort an einem verregneten Herbstmorgen.

Eine Alternative auf der anderen Flussseite ist das Café Savoy am Fuß der Kleinseite mit einer eindrucksvollen Neorenaissance-Decke. Die aktuelle Speisekarte und Reservierungen finden Sie auf der Website des Café Louvre.

Můj šálek kávy

Das Flaggschiff-Café der Rösterei Doubleshot mitten in Karlín – ein Magnet für alle, die Specialty Coffee schätzen. Backsteinwände, große Lampen, Verkostungsreihen mit Filterkaffee und Frühstücke mit Eggs Benedict, die im ganzen Viertel berühmt sind. Ideal, um einen grauen Vormittag zu überbrücken.

Praktischer Tipp: Am Wochenende ist es voll, kommen Sie also früh. Die Öffnungszeiten stehen auf der Website des Cafés.

Veletržní palác (Nationalgalerie)

Wenn das fallende Laub langen Regenphasen weicht, hilft Kultur unter Dach. Der funktionalistische Veletržní palác (Messepalast) ist der größte Standort der Nationalgalerie und beherbergt eine reiche Sammlung von Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts, darunter Werke von Picasso, Van Gogh, Klimt, Mucha und der tschechischen Avantgarde.

Ideal für: alle, die bereit sind, mehrere Stunden mit den Gemälden zu verbringen. Planen Sie mindestens einen halben Tag ein – die Sammlung ist riesig.

Gut zu wissen: Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Festivaltermine ändern sich von Saison zu Saison. Prüfen Sie deshalb vor dem Besuch die offiziellen Websites. Um die Herbstfarben auf ihrem Höhepunkt zu erleben, kommen Sie am besten zwischen Ende September und der ersten Oktoberhälfte.

Foto: Aktron – Wikimedia Commons (CC BY 3.0)

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