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Burgen bei Prag: 8 Tagesausflüge von Karlstein bis Křivoklát

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Tschechien wird zu Recht das Land der tausend Burgen genannt, und die meisten liegen für einen Tagesausflug mit Zug, Bus oder Auto bequem in Reichweite von Prag. Dieser Ratgeber ist für alle, die die Prager Burg (Pražský hrad) und die Karlsbrücke (Karlův most) schon gesehen haben und außerhalb der Hauptstadt gotische Türme, barocke Interieurs und königliche Schatzkammern entdecken möchten. Wir haben die bekanntesten und am leichtesten erreichbaren Burgen zusammengestellt – vom äußerst beliebten Karlstein (Karlštejn) bis zum weniger touristischen Křivoklát.

Karlstein (Karlštejn)

Die berühmteste Burg Tschechiens liegt etwa 30 km von Prag entfernt und ist mit dem Zug ab Hlavní nádraží (Hauptbahnhof) oder Praha-Smíchov erreichbar – die Burg thront auf einem Hügel (72 Meter) auf Kalksteinterrassen über dem Fluss Berounka. Die Fahrt dauert etwa 40 Minuten, vom Bahnhof sind es dann noch rund 2,5 km zu Fuß bergauf bis zum Eingang. Die Burg wurde 1348 als Sommerresidenz für Karl IV., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und König von Böhmen, gegründet. Der Eintritt ist nur mit Führung möglich: Die Führung durch die Privatgemächer des Kaisers kostet ab 190 Kč (voller Preis), die Route zur Heilig-Kreuz-Kapelle ab 500 Kč und der Aufstieg zur Aussichtsplattform des Großen Turms ab 150 Kč. Beachten Sie, dass der Besuch nur mit Führung auf allen tschechischen Burgen die Regel ist.

Konopiště

Das Schloss liegt bei der Stadt Benešov, etwa 45 km von Prag entfernt – fahren Sie mit dem Zug vom Hauptbahnhof zum Bahnhof Benešov und gehen Sie von dort zu Fuß weiter oder nehmen Sie den Bus. Konopiště ist als letzter Wohnsitz von Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este bekannt, dessen Ermordung in Sarajevo den Ersten Weltkrieg auslöste – die von Gavrilo Princip abgefeuerte Kugel ist heute im Schlossmuseum ausgestellt. Im Inneren erwartet Sie eine beeindruckende Sammlung von Waffen und Jagdtrophäen: Führungen gibt es auf drei verschiedenen Routen – die Säle des Südflügels und der Jagdkorridor (50–55 Minuten), der Nordflügel mit Waffenkammer und Bibliothek (55–60 Minuten) sowie die Privatgemächer des Erzherzogs und seiner Familie (60–70 Minuten). Das Schloss ist vom 1. April bis 30. Oktober geöffnet, montags geschlossen, im November nur samstags und sonntags. Rundherum erstreckt sich ein weitläufiger Park mit Rosengarten, in dem Sie kostenlos spazieren gehen können.

Křivoklát

Eine der ältesten Burgen Tschechiens liegt etwa 40–50 km von Prag entfernt in einem Wald über der Berounka. Im 13. Jahrhundert als Festung der Přemysliden erbaut, diente sie lange als königliche Residenz. Auf eigene Faust ist die Anreise etwas umständlicher – nehmen Sie den Zug mit Umstieg in Beroun: Vom Hauptbahnhof fahren Züge nach Beroun, dort steigen Sie in den Regionalzug ins Dorf Křivoklát um, danach folgen 20 Minuten Fußweg. Ein guter Ort für alle, die die bekannten Burgen schon gesehen haben und etwas weniger Touristisches suchen – hier sind deutlich weniger Führungsgruppen unterwegs.

Hluboká nad Vltavou

Das schneeweiße neugotische Schloss, das an das englische Windsor Castle erinnert, liegt in Südböhmen, über 140 km von Prag entfernt – die Fahrt dauert etwa 2,5–3 Stunden mit Umstieg in Budweis (České Budějovice). Schloss Hluboká gilt als eines der schönsten in Tschechien, thront auf einer Anhöhe über der Moldau (Vltava) bei Budweis und ist ein nationales Kulturdenkmal. Der Schlosskomplex hat 140 Räume, einen Speisesaal mit 72 Plätzen, das Schlafzimmer der Besitzer und eine Bibliothek mit 12.000 Büchern. Wegen der Entfernung verbinden viele Reisende den Ausflug mit einem Besuch in Krumau (Český Krumlov) – planen Sie einen ganzen Tag ein.

Český Šternberk

Diese gotische Burg aus dem 13. Jahrhundert steht auf einem Felsen über dem Fluss Sázava, etwa 60 km von Prag entfernt. Erbaut Mitte des 13. Jahrhunderts im gotischen Stil, ist sie nach der Familie Šternberk benannt, deren Wappen die Fassade schmückt. Vom Hlavní nádraží (Hauptbahnhof) fahren alle halbe Stunde Züge, die durch den gleichnamigen Ort fahren – ein schneller Ausflug ohne Umstieg. Die Burg gehört bis heute Nachkommen des alten Geschlechts, und manchmal führt sogar ein Familienmitglied persönlich durch die Räume.

Mělník

Dieses Renaissanceschloss 30–35 km von Prag entfernt liegt auf einem Hügel am Zusammenfluss von Moldau und Elbe (Labe) – die Aussicht gehört zu den schönsten in Mittelböhmen. Nur 35 km von Prag entfernt bietet das wunderbare Schloss Mělník ein mittelalterliches Erlebnis im Renaissancestil: Neben der Besichtigung der Innenräume können Sie den Weinkeller besuchen und einheimische Mělníker Weine probieren, denn die Weinberge reichen fast bis an die Schlossmauern. Eine gute Wahl für alle, die Burgenarchitektur mit tschechischem (genauer gesagt: lokalem) Weinbau verbinden möchten – eine Seltenheit in einem Land, das vor allem für sein Bier berühmt ist.

Prager Burg (Pražský hrad) – als Kontrast „zu Hause“

Wenn ein Tagesausflug aus der Stadt nicht drin ist: Prag selbst beherbergt im Stadtteil Hradschin (Hradčany) den größten Burgkomplex der Welt. Die Prager Burg ist ein historisches Ensemble aus Palästen und Burgbauten auf dem Hradschin, eines der wichtigsten Wahrzeichen Prags, mit einer Fläche von über 7 Hektar und gilt zu Recht als größter Burg- oder Festungskomplex der Welt. Sie ist ein praktischer „Ausgangspunkt“ – viele Tagesausflüge zu Burgen auf dem Land beginnen direkt am Hradschin oder am nahe gelegenen Hlavní nádraží.

Troja (Trojský zámek)

Dieses Sommerschloss im Prager Stadtteil Troja ist eine Option für alle, die Schlossatmosphäre erleben möchten, ohne die Stadt zu verlassen. Schloss Troja ist ein Landsitz der Adelsfamilie Šternberk und eines der schönsten Schlösser Prags, erbaut im 17. Jahrhundert für Graf Václav Šternberk, der ein Anwesen nach dem Vorbild der begrünten Villen Roms wollte. Es liegt direkt neben dem Prager Zoo und dem Botanischen Garten, sodass Sie leicht mehrere Ziele an einem Tag verbinden können.

Točník und Žebrák (für Ruinenliebhaber)

Bei Křivoklát und Beroun liegen zwei weniger bekannte, aber stimmungsvolle Burgruinen auf Hügeln – oft als kombinierte Route mit Křivoklát empfohlen, für alle, die gern durch die bewaldete Landschaft des Böhmischen Karsts (Český kras) wandern. Dieser Teil der Region ist auch deshalb reizvoll, weil er nahe am Naturschutzgebiet Böhmischer Karst mit seinen berühmten Steinbrüchen liegt: Sie können zwei Steinbrüche besuchen – Velká Amerika und Mexiko –, durch die Wälder und Felder des Schutzgebiets Böhmischer Karst wandern und Karlstein sehen; so wird daraus ein voller, abwechslungsreicher Tag in Mittelböhmen.

Jede dieser Burgen hat ihren eigenen Reiz: Karlstein ist perfekt für das typischste Postkartenbild Tschechiens, Konopiště spricht Geschichtsinteressierte an, die tragische Geschichten mögen, Hluboká Fans romantischer Architektur, und Křivoklát sowie Český Šternberk passen zu allen, die genug von Touristenmassen haben. Prüfen Sie bei der Planung immer die aktuellen Öffnungszeiten auf den offiziellen Websites der Burgen – viele sind montags geschlossen und haben in der Nebensaison eingeschränkte Öffnungszeiten.

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